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Sinnkrise und dein Warum

In letzter Zeit erreichen mich immer wieder Nachrichten, die sich sehr ähnlich anfühlen. Es geht um innere Leere, um Mutlosigkeit und Erschöpfung. Und um eine Frage, die viele gerade ganz leise mit sich herumtragen: Wofür mache ich das alles eigentlich?

Bin ich noch auf meinem Pfad? Oder erfülle ich alte Gewohnheiten, die sich vor ein paar Jahren noch richtig angefühlt haben? Ich möchte das fast eine Sinnleere nennen. Und sie bringt ein ganzes Chaos an Gefühlen mit sich, von abgestumpften Emotionen bis hin zum Explodieren aus dem Nichts.

Wenn du dich gerade darin wiederfindest, wenn du den Wandel der Zeit in Mark und Bein spürst, dann ist dieser Artikel für dich. Am Ende findest du Fragen zu deinem Warum. Leg dir also gleich Stift und Papier bereit.

Als wir dachten, die neue Zeit kommt ganz von allein

Ich erinnere mich an Gespräche mit Gleichgesinnten rund um die Jahrtausendwende. Heute denke ich fast mit einem Schmunzeln daran zurück. Wir dachten damals: Die Welt polarisiert schon so stark, jetzt muss der Wandel in die neue Zeit doch stattfinden.

Vielleicht war das ein bisschen blauäugig. Wir haben eine lichtvollere Zeit erwartet, die einfach über uns kommt. Ganz entspannt, fast unbemerkt, und uns alle mit Glückseligkeit krönt.

Die Krönung kam dann ganz anders. Du weißt ja, die Krankheit, die uns in Atem gehalten und teilweise richtig gespalten hat, heißt übersetzt Krone. Und diese Krönung hat bei fast allen von uns Spuren hinterlassen. Eine gewisse Leere zum Beispiel, und das Gefühl, mit dem natürlichen Rhythmus des Lebens nicht mehr so recht ins Wachsen und schon gar nicht ins Blühen zu kommen.

Vor vielen Jahren habe ich, inspiriert durch die geistige Welt, Texte geschrieben, die heute zutreffender sind als je zuvor. Ich schrieb von einem Tieftauchen durch die Illusion hinter dem Schein. Von einem Abtauchen in die eigenen Schatten, um sie ans Licht zu bringen. Von einem Hineinwachsen in tiefes Mitgefühl und echte Selbstannahme.

Was diese Zeit von uns möchte

Eine der größten Herausforderungen des Jetzt ist für mich die Hetzjagd nach Schuldigen. Wer ist schuld daran, dass vieles nicht mehr funktioniert? Dass es nicht mehr so läuft wie immer? Dass wir nicht im Frieden sind?

Ich empfinde es so: Jede und jeder von uns ist gerade auf sich selbst zurückgeworfen. Auf die eigene, innerste Wahrheit. Manche gehen diesen Weg schon länger, manche fangen gerade erst an.

Wir können uns nicht mehr so gut hinter Masken und Rollen verstecken, die bequem waren, aber nicht echt. Das Leben erinnert uns, manchmal schmerzlich, daran, dass wir ausgetretene Pfade jetzt verlassen dürfen. Um wieder eigene Spuren zu hinterlassen.

Viele dieser Themen kennen wir schon lange. Bisher durften wir sie üben wie in einer Generalprobe. Jetzt lädt uns die Zeit ein, aus der Generalprobe ein Meisterstück zu machen. Spür einmal hinein, womit du gerade in Resonanz gehst:

  • Energien und Verhaltensweisen freigeben, die nicht mehr deiner Wahrheit entsprechen
  • zehrenden Ballast loslassen, der nicht leicht und frei mit dir schwingen kann
  • dich bewusst mit Himmel und Erde verbinden, denn du bist ein Kind von beiden
  • deiner Herzensstimme wieder vertrauen und das Ego auf seinen Platz verweisen
  • der Enttäuschung und Traurigkeit Raum geben, statt dich dagegen aufzubäumen

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Das ist ein Prozess in vielen Schleifen. Ich bin selbst noch nicht da, aber ich kann es fühlen. Jede Runde bringt ein Stück mehr Klarheit.

Ich denke dabei oft an die Pflänzchen, die ich vor ein paar Wochen ausgesät habe und in kleinen Töpfen vorziehe. Eine Zeit lang entfalten sie sich dort wunderschön. Doch sie können nicht ewig im Töpfchen bleiben. Irgendwann hätten sie zu wenig Raum und würden eingehen, weil sie für ein kleines Töpfchen einfach nicht geschaffen sind. Mit uns ist es genauso.

Spiritueller Hochglanz oder natürlicher Tiefgang

Noch ein Beispiel aus meiner persönlichen Welt, über das ich schon einmal einen eigenen Artikel geschrieben habe. Die letzten Jahre haben uns Dienstleister, Beraterinnen und Trainer in die Online-Welt gebracht. Das hat ohne Zweifel viele wundervolle Seiten. Eine davon ist, dass ich meinen Podcast mit dir teilen kann.

Eine andere Seite ist eine Flutwelle an Kopien und Klonen. Und an Hoffnung, in fünf Monaten zum Millionär zu werden. Mittlerweile habe ich das Gefühl, in meinen Social-Media-Kanälen fast nur noch mit Anbieterinnen und Anbietern zu tun zu haben. Viele versprechen fünf- bis sechsstellige Monatsumsätze, und viele jagen diesem Glanz hinterher. Skalieren ist das Zauberwort, und manchmal klingt es für mich fast wie „Ich will den Ring“ aus Herr der Ringe.

Ich möchte das wirklich nicht verurteilen. Ich stehe zu 100 % hinter der Selbstermächtigung. Aber heißt das, dass man sie nur in der Selbstständigkeit erreichen kann? Mir kommt es so vor, als würde gerade eine Blase voller Illusion und Scheinglanz platzen.

Die aktuelle Zeit stellt uns vor die Sinnfrage. Sie katapultiert uns ins Fühlen, und wir können uns die Dinge nicht mehr mit dem Verstand zurechtlegen, so wie früher. Umso wichtiger ist es, auf deine Impulse zu hören, auf deinen Bauch und dein Herz.

Mit einem Bein in der Schwebe

Manchmal fühlt sich die Energie gerade wie eine Vernebelung an. Das Alte ist noch ganz stark da, und das Neue schiebt sich darüber, darunter, mischt sich ein. Dadurch entsteht dieses Nicht-Wissen: Wohin gehört mein Gefühl? Was ist echt? Was hat Bestand?

Genau das macht den Wandel aus, im Kleinen wie im Großen. Das Alte ist noch nicht vorbei, und das Neue ist noch nicht ganz da. Wir leben einen Schwebeprozess.

Stell dir vor, du steigst eine Treppe hinauf. Bei jedem Schritt bist du kurz mit einem Bein in der Schwebe. Das ist instabil, du hast keine richtige Bodenhaftung. Genau so fühlt es sich gerade an.

Wir können nicht wissen, wie sich die nächste Stufe anfühlen wird. Aber wir können uns bewusst machen, was wir mitnehmen möchten. Und da kommt dein Warum ins Spiel: dein innerster Antrieb, die unsichtbare Anleitung in dir, dein Navigationssystem. Je klarer du es in Worte und Gefühle fasst, desto deutlicher zeigt es dir am Weg, ob die Richtung für dich stimmig ist.

Und je genauer du die Perlen deines Warums aus der Tiefe holst, desto klarer wird auch deine Frequenz. Auf ihr ziehst du genau die Menschen und Begebenheiten an, die zu dir passen und dich stärken.

Fragen zu deinem Warum

Nimm dir Zeit, schnapp dir Stift und Papier und lass die Antworten einfach kommen, ohne dich zu verkopfen.

  1. In welchen Bereichen würdest du am liebsten die Welt verbessern oder verändern?
  2. Was glaubst du, braucht die Welt am dringendsten?
  3. Was waren deine bisherigen Schlüsselmomente, Aha-Momente und Meilensteine?
  4. Was waren deine besten Entscheidungen bisher? Was hat sich im Nachhinein als Glücksfall erwiesen?
  5. Wofür bekommst du oft Komplimente? Wofür schätzt dich dein Umfeld, und wofür schätzt du dich selbst?
  6. Was begeistert dich? Was davon lebst du schon, und was noch nicht?
  7. Wer sind deine Vorbilder?
  8. Was würdest du in dieser Sekunde tun, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?
  9. Welche deiner Gaben würde der Welt helfen?
  10. Wo wirst du um Rat gefragt? Wo hilfst du deinem Umfeld?
  11. Mit welchen Menschen verbringst du am liebsten deine Zeit?
  12. Und die große Frage zum Schluss: Was hat sich deine Seele vorgenommen?

Vielleicht denkst du bei Frage 9: Diese Gabe haben doch auch andere. Das stimmt. Aber das Vergleichen bringt uns nicht weiter, denn so wie du deine Gaben lebst, lebt sie kein anderer Mensch.

Findest du in deinen Antworten einen roten Faden? Dann fasse ihn in wenigen Sätzen zusammen. Das ist dein ganz persönliches Mission Statement, dein Warum.

Gib dem Leben die Erlaubnis zu wachsen

Ich bin mir sicher, diese tiefe Beschäftigung mit deinem Warum ist ein Navigationssystem, mit dem du deinen Weg noch klarer gehen kannst. Manchmal braucht es aber auch einfach deine eigene Erlaubnis. Die Erlaubnis, dir Zeit zu geben, dich wieder zu spüren. Und nicht alles wieder hinunterzudrücken, was hochkommen und sich zeigen möchte.

Gib dem Leben die Erlaubnis, zu wachsen und sich neu zu formen. Und dich mitzunehmen ins spirituelle Erwachsenwerden, mit all der Großartigkeit selbstbestimmter Verantwortung. So wie ein Kind, das wir auch nicht davon abhalten können, erwachsen zu werden. Schritt für Schritt, mit Wachstumsschmerzen und mancher Krise, aber unaufhaltsam.

Die ganze Folge „Sinnkrise und dein Warum“ kannst du dir in meinem Podcast Seelenblicke und Urkraftwege anhören. Zur Podcastfolge

Alles Liebe,
Petra

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Seit mehr als 15 Jahren begleite ich Menschen auf ihren individuellen Lösungs- und Herzenswegen.

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